Investigative Leuchttürme

Hartnäckige Recherchen in Bonn und Spremberg: Das netzwerk recherche hat zwei Lokaljournalisten geehrt. Der eine half dabei, einen Mord aufzuklären. Der andere trotzt rechtsradikalen Attacken.

Jedes Jahr verleiht das netzwerk recherche (nr) den "Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen" – an Journalisten, die mit ihrer Arbeit den öffentlichen Diskurs beeinflussen, Missstände aufspüren und die Pressefreiheit auch gegen Widerstände verteidigen. So wie René Wappler, der für die "Lausitzer Rundschau" aus Spremberg berichtet. Seine Recherchen über die Neonazi-Szene vor Ort lösten heftige Reaktionen aus: Wappler wurde bedroht, Unbekannte beschmierten das Bürogebäude der Lokalzeitung und hinterließen dort Eingeweide eines frisch geschlachteten Tiers. Doch Wappler machte weiter, jetzt erst recht. Für seine Arbeit wurde er heute mit der einen Hälfte des "Leuchtturms" ausgezeichnet.

Die andere ging nach Bonn, zu Wolfgang Kaes vom "General-Anzeiger". Mit seinen Recherchen zum Fall einer seit 16 Jahren vermissten Frau hatte er die Ermittlungen der Polizei wieder ins Rollen gebracht. Mit frappierendem Ergebnis: Die Arzthelferin war nicht einfach verschwunden, sondern von ihrem Ehemann ermordet worden.

Der Zweite Vorsitzende von netzwerk recherche, Markus Grill:

"Beide Kollegen haben gezeigt, dass es keine Frage des Blattes ist, für das man schreibt, ob man großartige Recherchen zustande bringt. Vielmehr sind beide mit der Neugier, dem eigenständigen Denken und dem Dickschädel, den sie bei ihren Recherchen an den Tag gelegt haben, Vorbilder auch für andere Journalisten."

Wir ziehen anerkennend den sprichwörtlichen Hut und freuen uns mit den Kollegen! Solche Vorbilder braucht der Journalismus, um wirklich etwas zu bewegen.

So. Und jetzt wieder an die Arbeit.

von Christina Elmer

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