Heavy Metal am Himmel

Sänger Bruce Dickinson ist nicht nur eine Rampensau auf Heavy-Metal-Bühnen, sondern sitzt auch gerne im Cockpit. Jetzt hat der Frontman der Gruppe Iron Maiden auf eine Boeing 747 umgeschult und ist mit der "Ed Force One" zur Welttournee gestartet.

Die britische Musikgruppe ist ein Phänomen und seit vier Jahrzehnten im Geschäft. Mehr als 90 Millionen Tonträger hat Iron Maiden verkauft. Seit 2008 fliegt die Band mit einer speziellen Boeing 757 zu ihren Konzerten, deren Leitwerk das Maskottchen Eddie ziert: kein symbolischer Vogel oder ein abstraktes Logo wie bei einer Airline, sondern ein Furcht einflößender Zombie.

Neben dem kommerziellen Erfolg und einem perfekten Merchandising bis hin zur eigenen Biermarke sorgen schon die Flüge zwischen den Auftrittsorten für weltweite Aufmerksamkeit. Denn hinter dem Steuerknüppel sitzt Bandsänger Bruce Dickinson, der über eine Verkehrspilotenlizenz verfügt. Während des Trips mit der "Ed Force One" und zwölf Tonnen Equipment durch Australien, Nord- und Südamerika entstand 2008 der legendäre Dokumentarfilm "Iron Maiden: Flight 666", benannt nach dem offiziellen Rufzeichen für die Maschine. Der Bildband über das Flugzeug, das die Band zu 154 Konzerten auf fünf Kontinenten brachte, erschien sogar auf Deutsch.

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Mit der ersten "Ed Force One", einer Boeing 757, flog Iron Maiden 2008 innerhalb von 45 Tagen im Jahre zu 23 Auftritten in 13 Ländern © www.flickr.com/photos/kenfielding

Doch die Boeing 757 scheint zu klein geworden sein. Für die vor wenigen Tagen gestartete "The Book of Souls World Tour" musste eine noch größere Maschine her, um die ganze Ausrüstung für eine noch größere Bühnenshow zu den Auftritten transportieren zu können. "Alles, was wir benötigen, haben wir an Bord, die Techniker, das ganze Gepäck", sagte Bruce Dickinson mit wehenden Haar bei einer Pressekonferenz auf dem Flugfeld vor dem Jumbojet, nachdem er zum Tourneeauftakt in Fort Lauderdale in Florida gelandet war.

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Bruce Dickinson bei der Pressekonferenz in Fort Lauderdale © Screenshot

Zuvor war die 13 Jahre alte Boeing 747-400 mit der Kennung TF-AAK, die einst für Air France im Liniendienst unterwegs war, im walisischen Cardiff gestartet und "in neun Stunden über den Teich" geflogen, so Dickinson.

In großen Lettern prangen auf dem Flugzeugrumpf die Schriftzüge der Band, der Tournee und des Flugzeuges. Und unter dem Cockpit stehen in drei Spalten die Namen all jener Städte, in denen Iron Maiden auftreten wird - in fast 70 Orten in 35 Ländern weltweit. Zum ersten Mal wird die Band auch in Litauen, El Salvador und sogar in Shanghai gastieren. Da kommen 150 Flugstunden zusammen, wie Dickinson hochrechnet, "mit vielen Starts und Landungen".

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Die neue "Ed Force One", eine Boeing 747-400 © www.splashnews.com

Mit dem Namen "Ed Force One" für den bandeigenen Jumbojet spielt er auf die Präsidentenmaschine der Vereinigten Staaten an, ebenfalls eine Boeing 747. "Obama hat die Air Force One, aber unser Flugzeug ist neuer". Doch der US-Präsident muss sich noch mit der Vorgängerversion begnügen, einer Boeing 747-200. Zwei Exemplare aus den Jahren 1978 und 1990 stehen ihm zur Verfügung.

Doch Dickinson ist nur nicht nur leidenschaftlicher Pilot und Flugzeugfan, sondern auch Musiker. Deshalb gibt er am Ende seines Statements zum Auftakt der Show in Florida den Rat: "Enjoy the show and watch the skies." Man soll die Augen offen halten und nach oben schauen. Vielleicht landet die "Ed Force One" demnächst auch auf einem benachbarten Flughafen.

Eines steht jetzt schon fest. Die letzte Station der "The Book of Souls World Tour" wird in Deutschland sein. Am 4. August tritt Iron Maiden auf dem Wacken Open Air Festival auf. Einen Tag zuvor dürfte der Jumbojet mit dem Eddie-Konterfei am Heck aus Luxemburg kommend auf dem Hamburg Airport landen.

 

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