Diese Valentinstags-Geschenke wünscht sich niemand

Es soll Singles geben, die in den Tagen vor dem Valentinstag in Sinnkrisen verfallen. Beim Anblick von pink-zartrosafarbenen Pappaufstellern im Supermarkt bekommen sie Schnappatmung. Der Lieblingsitaliener wird zur Hölle gewünscht, weil er für den 14. Februar nur Tische für zwei Personen reserviert ("Scusi, amore!"). Und der Blumenverkäufer erhöht die Preise um 30 Prozent, selbst wenn man unter Eid schwört, dass man die Tulpen für sich selbst kauft.

Mädels – entspannt euch. Dieser Tag geht vorüber. Und ihr werdet nicht Opfer des Konsumterrors. Der Valentinstag ist ebenso überflüssig wie der Muttertag. Ich will mich keineswegs ums Schenken drücken. Das macht Spaß. Aber: Wenn ich eine Person liebe, brauche ich keinen Tag, an dem mich die Schokoladen-Blumen-Schmuck-Industrie daran erinnert, dass ich was verschenken sollte.

Und wenn ich so höre, was diese oder jene Freundin oder Bekannte von Freund, Mann oder Verehrer bekommt, bin ich froh, dass ich noch nicht mal denken muss: "Danke, ich hab schon."

Blumen ins Büro
Jedes Jahr das gleiche Spiel: Er ruft beim Blumenlieferservice an, bestellt einen Strauß für 45 Euro. "Egal was. Suchen Sie aus, das können Sie eh besser." Das Bouquet lässt er in ihr Büro liefern. So gegen 11 Uhr. Dann sind sicher alle Kolleginnen da, noch keine in der Mittagspause und alle können ihr überrascht-verzücktes Gesicht sehen. Blöd nur, dass es in diesem Jahr ein Sonntag ist …

Ausflug im Sportwagen
Am Wochenende haben die beiden Zeit für einander. Theoretisch. Meistens geht er seinen Hobbys nach – Fußball (passiv), Angeln (aktiv) und Kickern (mit Kumpels). Sie wünscht sich so sehr, einen gemeinsamen Ausflug. Sie denkt an ein Wellness-Wochenende in einer bayerischen Therme, an einen Städtetrip nach Paris oder wenigstens einen langen Spaziergang. Sie bekommt eine Spritztour in einer PS-starken Karosse. In den Sitz gedrückt starrt sie auf die Autobahn. Die Motorengeräusche machen jede Unterhaltung unmöglich. "Und Schatz, wie war es?", fragt er, als er den Wagen wieder auf dem Hof des Händlers abstellt.

Probeabo fürs Fitnessstudio
Ja, sie sagt, dass sie mal wieder Sport machen müsste. Ja, sie jammert, über dieses oder jenes Kilo zu viel. Und ja, er hat es nur gut gemeint. Aber die Monatskarte für die Crossfit-Box war dennoch eine Anspielung zu viel. Gegen Yoga hätte sie nichts gehabt. Aber jetzt muss erstmal eine Frusttorte her. Was denkt der sich eigentlich? Findet er mich etwa zu dick?

Aphrodisierendes Valentinstagsdinner
An diesem Tag sollte alles etwas nobler sein. Statt Pizzaservice oder "schnell zum Döner-Laden", lädt er zum Candle-Light-Dinner im Sterne-Restaurant. Am Eingang muss er mit dem Service diskutieren, weil er Jeans trägt. Dann bekommt er einen Würgereiz als er die erste Auster schlucken will. Sie lacht ihn aus. "Jetzt weißt du endlich mal, wie das ist, wenn man so Glibber schlucken soll." Der Kellner lacht als die beiden sich über die zähen Artischocken-Blätter beschweren. "Die kaut man nicht, die zieht man nur ab." Und den Nachtisch muss sie stehen lassen, da sie gegen Vanille allergisch ist und Erdbeeren im Februar für ökologisch verwerflich hält.

Die fatalste Praline der Welt
Er ging in eins der teuersten Schokoladen-Geschäfte der Stadt. Edle Zutaten, hübsche Verpackung, nur eine kleine Aufmerksamkeit. Was er nicht bedachte: ihre Nussallergie.

Gedruckte Herzen
Er will nicht nur ihr seine Liebe zeigen, sondern auch der Nachbarschaft. Er schaltet eine Anzeige in der örtlichen Zeitung. Kleiner Schönheitsfehler: Den Vordruck, den er auswählt, hat er im letzten Mai seiner Mutter noch zum Muttertag gestaltet. Ihm ist das nicht aufgefallen. Aber seinen beiden Frauen. Im nächsten Jahr will er ein Liebesschloss kaufen. Hoffentlich nicht mit Standardgravur.

Reizendes Duftwasser
Pffffft, pfffft, zwei Spritzer aus dem edlen Flacon reichten aus – und ihr Hals und ihr Handgelenk brannten, juckten, wurden puterrot. Ein Allergieschock, schon wieder.


Dessous unter der Gürtellinie

"Glaubst du ich spiel für dich die Krankenschwester?" Beim Anblick des Geschenkpapiers aus dem Wäscheladen war Freude in ihren Augen zu sehen. Das Lächeln gefror beim Blick in die Schachtel. Er hätte mal mit ihr über ihre Einstellung zu Rollenspielen reden sollen ...

Egal ob One-Night-Stand oder Langzeitlebensabschnittsgefährte tut uns am Sonntagmorgen einfach nur einen Gefallen: still und heimlich aufstehen, sich aus dem Haus schleichen, mit einer Brötchentüte und Sonntagszeitungen unterm Arm wieder kommen. Weckt uns mit dem Duft von frischem Kaffee, kuschelt euch nochmal zu uns ins Bett und küsst uns wach. Und wenn das diesen Sonntag nicht klappt – am nächsten Sonntag hätten wir auch Zeit dafür.

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29 Kommentare zu “Diese Valentinstags-Geschenke wünscht sich niemand
  1. Liebe Singlefrau,
    ich halte mich schon seit Jahren an den letzten Punkt:
    Schlafen lassen, Brötchen aus dem Froster holen, Kaffee aufbrühen und Eier kochen.
    Duschen und dann zurück ins Bett zu ihr…
    Liebe Grüße – der Wolf.

  2. Wo is das Problem schonwieder?
    Alles gut gemeint und entspr zu würdigen, finde ich.
    Vielleicht sind manchen DauerSinglefrauen Dauersingle, weil sie ausser sich selbst alles kacke finden und sehr undankbar sind? Wäre ne Überlegung wert…

    • Werter Elmo, es gibt kein Problem. Das ist doch alles nicht so bierernst gemeint. Herjemineeeeee! Muss ich denn immer dazuschreiben „Mit Augenzwinkern geschrieben“, „bitte mal lachen“ – ich finde Valentinstag, Muttertag und sonstige Tage an denen man xy feiert nicht wichtig. Ein Problem ist das nicht, weder für mich noch für andere. Ich habe einen Text draus gemacht, nicht politisch, nicht wichtig, hoffentlich unterhaltsam. Mehr nicht.

    • Dieser augenzwinkernde Blick wird vom Leser beim Lesen dieser von Plattitüden strotzenden „Texte“ erwartet, beim Lesen der Kommentare aber nicht erbracht? ? Is klar….

    • Hallo Elmo,

      irgendwas muss sie doch schreiben. Obewohl, haben wir schon Sommer? :) Und selbst wenn diese Feiertage ihr nichts bedeuten, dann trotzdem noch soviel, dass sie darüber schreibt 😉

  3. Hallo Singlefrau,
    (und Elmo),
    ich bin keine Singlefrau und finde solche Geschenke wie die oben genannten trotzdem mehr als unaufmerksam. Die Einstellung von Ihnen, Elmo, ist so typisch männlich: Die Frau hat gefälligst dankbar zu sein, dass ER sich zwischen Tür und Angel noch schnell für irgendein fantasieloses Standardgeschenk entscheidet und dann auch noch für NOUGATschokolade, obwohl er – wie ALLE anderen selbst flüchtigen Bekannten – wissen müsste, dass SIE Nougat hasst. (Elmo: Das hier hat absichtlich Ähnlichkeit mit einer wahren Begebenheit, ist aber trotzdem mit einem Augenzwinkern geschrieben.
    Singlefrau: SIE wissen das sicher auch so, Ihnen schreibe ich das nicht extra.)
    Liebe Grüße und einen schönen, ganz normalen Sonntag wünsche ich Ihnen.

    • Danke für Ihre Meinung, die ist aber total falsch: es gelingt mir als Frau nicht hinreichend, eine typisch männliche Einstellung zustande zu bringen. Ich plädiere lediglich für eine möglichst positive Einstellung ggü dem was passiert.
      Die Beispiele der Singlefrau sind sehr offensichtlich haarsträubend übertrieben, das ist uns wohl allen klar und dementsprechend ignorieren wir die Details mal besser. Dennoch geben sich viele Männer viel Mühe und haben mA dafür zumindest Respekt verdient. Für mich geht es gar nicht, meinem Mann eine Ansage zu machen, was er am Valentinstag zu leisten hat und selbst faul im Bett auf Ausführung zu warten….auch wenn es augenzwinkernd gemeint ist, steckt dahinter eine Grundeinstellung. ..und die finde ich nicht angemessen für ein gelungenes Miteinander.

    • @Elmo

      Ja, aber wirklich… wie kann Frau nicht dankbar dafür sein, dass Mann beim abendlichen Halt an der Tanke mal schnell die letzten (halbvergammelten) Blumen eingesackt hat… er hat sich doch sooooviel Mühe dabei gegeben.

      Wer Ironie darin findet (oder Sarkasmus) darf sich freuen 😀

    • Muss mal der Singlefrau in diesem Punkt zustimmen. Wieso sind viele Menschen so beschränkt in ihrer Denkweise und Erwartungshaltung (damit meine ich auch Mimi).

  4. Die Einstellung von Ihnen, Mimi, ist so typisch weiblich: Der Mann muss den Hodenhannes spielen, ach so einfallsreich sein, die Frau mit Geschenken überhäufen, und dann dafür ausgelacht werden.
    Ich habe noch niemals ein Geschenk zum V-Day bekommen.

    • Meine liebe Singlefrau. Du wirst mir immer sympatischer. Wir hatten gestern in der Gesprächsrunde eine irrlange Diksussion über die Tätigkeitsverteilung in der Beziehung. In einem Punkt waren alle teilnehmenden Paare sich einig: der Mann verrichtet mehr anfallende Arbeit.

  5. Also mir war das etwas zu viel Klischee und zu platt… passt für mich gar nicht in den übrigen Eindruck, den ich hier bisher gewonnen habe.
    LG,

    MrsCorrado (mit einem Faible für Autos und einer tiefgehenden Abneigung, was Spas, Candlelightdinners und Klischeeromantik betrifft 😀 )

  6. Diese Aufzählung ist treffend: 8-negativ- und 1-positiv-Beispiel.
    Das Verhältnis kommt gut an die Realität heran. Der Grund dafür ist sehr einfach:
    Wenn ein Mann sich bemüht, seiner Partnerin ein passendes Geschenk bzw. eine Überraschung zu machen, über welche/s diese sich sehr freuen könnte – was kommt dann meistens als Antwort: ein „DANKE! DANKE! DANKE!“ – und 8 zu 1, dazu der Nachsatz „Das hätte es jetzt aber wirklich nicht gebraucht !!!“
    Weil Männer in der Regel in der Regel sehr sensible und hoch intelligente Wesen sind – nehmen sie sich diesen speziellen Wunsch der Partnerin zu Herzen und bemühen sich nicht mehr ein passendes Geschenk zu finden.
    Also Mädels – wenn ihr gute Überraschungen von eurem Partner wollt – dann solltet ihr den obigen Nachsatz immer vermeiden.

  7. Naja, vielleicht einfach weil das Gegenteil von gut gemacht gut gemeint ist. Und gerade wenn man nicht den ersten V-Tag miteinander verbringt sollte einem etwas persönlicheres einfallen.

  8. Lieber Paul,
    zunächst einmal danke für die Erweiterung meines passiven Wortschatzes, denn „Hodenhannes“ habe ich bislang weder gehört noch benutzt.
    Was Sie natürlich nicht wissen konnten: Wir ignorieren sowohl den V-Tag als auch den Muttertag, da ICH natürlich streng genommen JEDEN Tag ein Geschenk verdient hätte und mein Mann seiner Meinung nach auch. Daher beschenken wir uns ganz wild unabhängig von diesen Tagen und IMMER ganz uneigennützig („FALLS es Dir nicht gefällt, würde ICH es auch zur Not nehmen.“)
    In diesem Sinne wünsche ich allen von Ihnen ein wunderschönes Wochenende mit oder ohne VT-Geschenken.
    Mimi

  9. Verehrte Elmo,
    nicht nur zum Valentinstag, sondern überhaupt, wünsche ich Ihnen eine ordentliche Portion Humor. Dann geht alles leichter.
    Nichts für ungut
    Gerd

    PS: Die Singlefrau erwartet sicher nicht, dass ihre heiter/ironischen Beiträge von den LeserInnen ganz bierernst genommen werden.

  10. Danke, lieber Gerd, das kann ja nie schaden.
    Mir wird nachgesagt, ich hätte davon mehr als reichlich- nur bewegt sich mein Humor eben nicht auf Fußleistenniveau…auf diesem Level bin ich einfach nicht zuhause und daher unsicher 😉

  11. Guten Morgen,

    ich lese Deine Artikel gerne an einem gemütlichen Sonntag Morgen-bevorzugt im Bett vorm Aufstehen .

    Alles rund um den V-Tag ist nicht so mein Thema, daher fand ich den Artikel auch nicht so spannend. Einer Aussage von ‚Elmo‘ muss ich allerdings zustimmen:
    „….Vielleicht sind manchen DauerSinglefrauen Dauersingle, weil sie ausser sich selbst alles kacke finden …“

    Ich habe genau die selbe Erfahrung gemacht. Es ist gar nicht so einfach, manchen Frauen eine kleine Freude zu machen, weil man es oft einfach nicht recht machen kann.

    Aber das sehen Frauen vermutlich wieder ganz anders….in diesem Sinne einen schönen Sonntag allen.

    • Och Jungs, entspannt euch mal. In den letzten Wochen hab ich mich über einen Mann gefreut, der mit drei Ballons vor meiner Tür stand. Ein nächstes Mal hatte er einen Topf Hyazinthen dabei, liebevoll eingeschlagen in Zeitungspapier. Und vor zwei Tagen brachte er eine Picoloflasche Sekt mit, weil ich lange arbeiten musste und so das Anstoßen in seiner neuen WG verpasst hab. Alles unerwartet und überraschend und unaufwendig. Aber es hat mich alles sehr gefreut.
      Und ich bin Single, weil ich keine feste Beziehung führen möchte. Nicht, weil alle anderen kacke sind.

  12. Liebe Singlefrau,

    Ich verfolge deinen Blog schon von Anfang an und ich freue mich immer wieder was von dir zu lesen. Ich bin keine Singlefrau aber ich kann gewisse Dinge nachvollziehen!!
    Was ist denn aus dem Mann geworden den du an Silvester kennengelernt hast??
    Ich wünsche Dir, dass du irgendwann den Mann findest mit dem du alt wirst! Für jeden gibt es einen passenden Deckel. Manchmal dauert es länger bis man ihn findet.

    Lg Sabi

  13. Moin.

    Sonntags kann man im Autohaus nur gucken, aber keine Probefahrten machen :-)

    In diesem Sinne, locker bleiben.
    Wenn ich jemanden habe bringe ich immer mal wieder Blumen mit oder lade zum Essen ein. An so etwas kann man(n) leichter denken als sich ein ultra-mega-super-Geschenk zum Geburtstag, Weihnachten und den Valentinstag ausdenken zu wollen zu müssen zu meinen. Somit entspannen sich diese Tage bei einem selbst auch etwas.

    Also macht weder Mann/Frau noch solche Tage bekloppter als sie sind. Im Gegenteil, sich in dieser hektischen Welt mal etwas mehr Zeit als sonst für sich zu nehmen, da bedarf es manchmal eines „Reminders“, wie man so schön neudeutsch sagt.

    Und mal ehrlich…ich kenne kaum ein größeres Luxusproblem, als sich ein Geschenk für einen Partner auszudenken.

    Bis denne

  14. Jede Frau mag es anders, die einen wollen gar nichts, die anderen freuen sich auf eine kleine Aufmerksamkeit zu Valentin, die einen sehen es als liebgewonnenes Ritual, die anderen als verzichtbar und freuen sich wenn sie unterm Jahr ab und zu kleine Geschenke bekommen. Ich finde es sollten alle Vorstellungen akzeptiert und respektiert werden und.. ich hasse diese -Festlegerei- das bestimmte Dinge nur so -zu leben- und nicht anders zu behandeln sind.

  15. Valentinstag… nun ja, als jemand, der wohl zu den nicht konvertierbaren Junggesellen gehört, mag man gut Reden haben. WeEnn schon ein Geschenk zum Valentinstag, dann etwas wirklich persönliches, möglichst etwas für beide. Probeabo im Sportstudio? Nicht wirklich. Wie wäre es statt dessen mit einem gemeinsamen Wellness- oder Kuschelwochenende? Insgesamt machen die Geschenke aus dem Artikel auf mich einen Eindruck von „bloß nichts Verbindliches“. Das scheint heute aber leider üblich zu sein.

    Generell muss ich allerdings sagen: Wie beim Muttertag finde ich es abartig, dass ein besonderer, künstlich geschaffener (Umsatz-)Feiertag für so was notwendig zu sein scheint. Jemand hat mal den Satz geprägt: „Mehr Blumen während des Lebens – auf Gräbern sind sie vergebens“. Recht hatte er.

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